Produktgeschichte

Vorbemerkung

Die Entstehungsgeschichte dieses Produktes lässt sich in zwei Phasen gliedern. Zu Beginn (1997-2001) stand eine schülerorientierte Projektphase am Gymnasium Markdorf. Die Darstellungen in den ersten Abschnitten dieser Seite beziehen sich auf diese Anfangszeit.

Seit 2002 wird die Fortentwicklung dieses Produktes außerschulisch, nun unter dem neuen Namen ErdLogoWare, ausschließlich von Kurt G. Baldenhofer (redaktionelle Bearbeitung) und Nicolas Marschall (programmiertechnische Betreuung, Aktualisierung von Grafiken) durchgeführt. Diese zweite Phase bezeichnen wir im Folgenden als Produktphase.

Die Projektphase (1997-2001)

Projektphase I - Die Arbeitsgemeinschaft

a) Titel:

Das ENSO-Phänomen - Aufbereitung von Fernerkundungsdaten, von Informationen aus dem Internet und aus Printmedien zur Präsentation des Phänomens im Internet bzw. über CD-ROM. Der Arbeitstitel während der Erstellungsphase lautete 'Die ENSO-Seite'.

b) Kurzbeschreibung:

Bei diesem Projekt handelte es sich um die inhaltliche Erarbeitung und Darstellung einer für die Schüler und in den Details auch für den Lehrer wenig bekannten Naturerscheinung, vorwiegend mit Hilfe neuer Medien. Die Ergebnisse sollten im Rahmen von online learning über Internet oder CD-ROM in den regulären Unterricht integriert werden können.

Die Erarbeitung des Materials im Regelunterricht wäre vornehmlich aus Zeitgründen nicht möglich und damit nicht verantwortbar gewesen.

Die gemeinsame Arbeit erfolgte daher im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft "Neue Medien und Geographie". Bei der Aufnahme der Teilnehmer wurde auf eine Mischung aus Mädchen/Jungen, Computerexperten/-laien und Themeninteressierten/Technikinteressierten Wert gelegt.

c) Formalia:
Klassenstufe

9 - 11 (Schwerpunkt bei der oberen Mittelstufe, da in den Stundentafeln Klassen 9 und 10 der Gymnasien (G9) von BW keine Erdkunde vorgesehen ist.)

Bezug zu Unterrichtsfächern

Erdkundliche Bezüge überwiegen, einbezogen sind biologische, physikalische und informationstechnische Aspekte. Das erstellte Material zielt vor allem auf den Einsatz im Fach Erdkunde, bzw. im Rahmen fächerübergreifenden Unterrichts.

Unterrichtlicher Rahmen:

Arbeitsgemeinschaft "Neue Medien und Geographie"

Dauer:

1¼ Jahre, bei einer Stunde pro Woche, wobei diese gelegentlich zusammengezogen wurden, um konzentrierter am Stück arbeiten zu können.

d) Sachanalyse:

Die Darstellung erübrigt sich, da sie Gegenstand der Projektarbeit war.

e) Didaktische und methodische Überlegungen:
Ziele:
Begründung der Unterrichtsziele und Inhalte:

Klimatologische Fragen sind ein Grundelement geographischen Unterrichts in allen Klassenstufen baden-württembergischer Gymnasien mit Erdkunde-Unterricht. Ein besonderer Lehrplanbezug ergibt sich in folgenden Klassenstufen (damaliger Bildungsplan):

Klasse 7 EK

LE 1 Naturräume der Tropen, ihre Nutzung und ihre Gefährdung

LE 2 Tropisch-subtropische Trockengebiete als Natur- und Wirtschaftsräume

LE 4 Die Klima- und Vegetationsgebiete der Erde

Klasse 11 EK

LE 1 Natürliche Grundlagen menschlichen Lebens auf der Erde

Fächerverbindendes Thema 2: Schutz der Erdatmosphäre

Klasse 12/13 EK

GK LE 2 Raumbedingungen und Raumwirksamkeit sozioökonomischer Strukturen und Prozesse in Entwicklungsländern und Schwellenländern

LK LE 2 Wetter und Klima als Folge atmosphärischer Zirkulation

LK LE 9 Raumbedingungen und Raumwirksamkeit sozioökonomischer Strukturen und Prozesse in Entwicklungsländern und Schwellenländern

Neben den eindeutig geographischen Bezügen besitzt dieses Thema starken interdisziplinären Charakter. Biologie, Physik, Chemie, Informatik sowie Politik finden reichhaltige Anknüpfungspunkte.

Projektphase II - Vom Projekt zum Produkt

Urkunde zum Geopreis 1999 Urkunde zum Geopreis 1999

Zum Vergrößern bitte anklicken.

Die Verleihung des Geopreises 1999 des Verbandes Deutscher Schulgeographen, Landesverband Baden-Württemberg, hatte den gewünschten Effekt. Wir waren ermutigt, weiterzumachen, unsere "ENSO-Seite" zu überarbeiten und auzubauen, letztlich mit dem Ziel, eine CD-ROM herauszugeben. Als Vertriebsweg entschieden wir uns für das Programm didaktischer Geo-Software von Prof. Dr. Schrettenbrunner vom Lehrstuhl Didaktik der Geographie (Universität Erlangen-Nürnberg). Die Erlöse wurden nach einem von der Projektgruppe ENSO selbst gewählten Schlüssel verteilt.

Die Arbeitsgruppe hatte weitgehendst die gleiche Zusammensetzung wie in Projektphase I. Der organisatorische Rahmen war nunmehr recht lose, keine festgefügte Arbeitsgemeinschaft mehr. Vereinzelt wirkten auch Gastautoren mit, die einen eng umgrenzten Bereich bearbeiteten und zulieferten. Erleichtert wurde der nötige Kontakt und der Informationsaustausch dadurch, dass fast alle Autoren den Grundkurs Erdkunde des betreuenden Lehrers besuchten, und dass eine Kerngruppe zu regelmäßigen Zeiten an einem - auch geographisch orientierten - Internetprojekt des Grundkurses Informatik arbeitete und somit dort ansprechbar war. Die Anerkennung der Arbeit erfolgte über die Fächer Erdkunde und Informatik. Vermutlich hat niemand der anderen Autoren Einwände, wenn an dieser Stelle Kompetenz, Zuverlässigkeit, Konstanz und Ideenreichtum eines einzelnen Mitautoren unter den Schülern besonders hervorgehoben wird. Ohne ihn hätte das Projekt zumindest in diesem Umfang und in dieser Qualität nicht durchgeführt werden können.

Die CD-ROM ist in weiten Teilen inhaltlich recht anspruchsvoll. Dieses Niveau war einerseits nur erreichbar durch enge Führung der Schüler, die allerdings in der Oberstufe auch eine höherwertigere Arbeit zu liefern vermochten als in der Mittelstufe, und zum anderen durch einen deutlich höheren inhaltlichen Beitrag von Seiten des betreuenden Lehrers. Die Ausführung programmiertechnischer Arbeiten lag ausschließlich in den Händen von Schülern. Es ist damit in bestem Sinne ein Produkt einer Schüler-Lehrer-Kooperation, in der Hierarchien weitestgehend reduziert wurden, soweit dies in einer solchen Konstellation nur möglich ist.

Bei der inhaltlichen Aufbereitung stießen wir immer wieder auf Probleme, die wir z.T. bis heute nicht bewältigt haben. Die Fragen, die sich auftaten, berühren wesentliche, z.T. noch ungeklärte oder in der Deutung noch umstrittene Prozesse von ENSO, beispielsweise die Ausbreitung des westpazifischen Warmwasserkörpers nach Osten. Dass wir an Grenzen stießen, hat mehrere Gründe: Zum einen sind wir, trotz unserer über 3-jährigen Beschäftigung mit ENSO, nicht mehr, aber auch nicht weniger als sehr gut informierte Laien. Ferner ist gute deutschsprachige Literatur zu dieser Thematik spärlich und gibt nur selten in solchen Kernfragen nachvollziehbare Antworten. Selbst führende Wissenschaftler bleiben kryptisch, vielleicht gezwungenermaßen, weil die zugrundeliegenden physikalischen Prozesse zu schwer vermittelbar sind. Jedenfalls stießen wir verschiedentlich auf Defizite der Wissenschaftsdidaktik.

Wir wollen aber nicht verschweigen, dass wir von verschiedenen nationalen, wie internationalen Wissenschaftlern und Instituten bereitwillig Auskunft und Unterstützung erhielten, was uns sehr bestärkte und voranbrachte. Wir lernten auch das reichhaltige Internetangebot amerikanischer Universitäten und staatlicher Organisationen kennen und schätzen, ein Angebot, dem in Deutschland beschämenderweise nichts Vergleichbares gegenübersteht. Hier gilt es eine Kultur der größeren Offenheit und der gezielten und differenzierten Weitergabe von Wissen erst noch zu entwickeln.

Die Arbeit hatte noch einmal einen kräftigen Schub und einen neuen Akzent erhalten, nachdem wir es für das Schuljahr 2000/2001 schafften, in das Förderprojekt von InfoSchul II aufgenommen zu werden. Wesentliches Ziel dieses Projektes ist es, mit bestehender Software unterrichtliche Erfahrung zu sammeln und diese zu dokumentieren. Also bestand unsere Arbeit neben der inhaltlichen Optimierung auch im Erstellen von Aufgabenkatalogen und eines Quiz. Zudem wurden zwei Unterrichtseinheiten mit der CD-ROM durchgeführt, deren Ergebnisse hier abrufbar sind.

Die CD-ROM wurde nur auf Bestellung gebrannt. Dies erlaubte es uns, auf neue Publikationen, Entwicklungen, Fehlerhinweise usw. rasch zu reagieren und diese bei den folgenden Bestellungen bereits redaktionell zu berücksichtigen. Diese Möglichkeit zur raschen Produktpflege sollte unsere CD-ROM von Produkten kommerzieller Herkunft unterscheiden.

Für die bisherige Gruppe ging schließlich mit dem Abitur (2001) auch die Beschäftigung mit ENSO zu Ende, eine ungewöhnlich lange Fixierung auf ein einzelnes Ziel. Natürlich arbeiteten wir nicht über 3 Jahre mit gleicher Intensität. Natürlich gab es Durchhänger, allgemeine wie auch individuelle. Natürlich gab es - gewöhnlich stille - Proteste, wenn es zu viel wurde oder wenn andere Interessen Vorrang hatten. Verzögerte Bearbeitung oder deutlich fehlerhafte Beiträge waren dann deutliche Anzeichen. Aber man darf davon ausgehen, dass bei allen Autoren ein hohes Maß an Identifizierung mit dem Produkt und ein berechtigter Stolz über diese Marathon-Leistung vorhanden ist.

siemens karlsruhe

Links: Gruppenfoto mit gesponserten PCs

Als Anerkennung für ihre Arbeit erhielt die ENSO-Projektgruppe von Siemens diese PCs gesponsert.
(Vielen Dank nach München!)

 

Rechts: Das ENSO-Phänomen auf der Edutain-Messe, Karlsruhe

N. Marschall im Gespräch mit einem Interessenten

Berichterstattung in Medien und öffentliche Präsentationen

Neben dem Geopreis des Verbands Deutscher Schulgeographen 1999 und den von Siemens für die Schule gesponserten PCs (s.o.) gab es für die Teilnehmer der Projektgruppe eine Ehrung durch die Stadt Markdorf im Rahmen des Neujahrsempfangs im Jahr 2000.

Die regionalen Zeitungen berichteten mehrfach, und sogar in der Computer Bild wurden wir mit Screenshot unseres Eingangsbildschirms kurz erwähnt. Hier einige Links zu eingescannten Zeitungsartikeln:

Wir stellten das Projekt u.a. auf der Bildungsmesse Didacta in Hannover, auf der Edutain in Karlsruhe und auf Lehrer-Fortbildungen vor.

Autoren während der Projektphase

Gruppenfoto der Projektteilnehmer vom Februar 2001 Gruppenfoto der Projektteilnehmer vom Februar 2001

Die Produktphase (seit 2002)

Seit 2002 wird die redaktionelle Bearbeitung ausschließlich von Kurt G. Baldenhofer, die programmiertechnische Betreuung und die Aktualisierung von Grafiken von Nicolas Marschall, einem ehemaligen Mitglied der Projektgruppe ENSO, durchgeführt. Um eine Verwechslung mit dem Team der Projektgruppe ENSO zu vermeiden, firmieren die Herausgeber nunmehr unter dem Label ErdLogoWare.

Der Inhalt erfuhr eine nahezu vollständige Überarbeitung unter Beibehaltung zuverlässiger und penibel geprüfter Schülerbeiträge. Zur Produktpflege gehören laufende Aktualisierungen, Ergänzungen und layouttechnische Verbesserungen. Auf die Verwendung von Versionsbezeichnungen wird inzwischen verzichtet, da beim Direktvertrieb immer der aktuelle Bearbeitungsstand ausgeliefert wird und somit keine großen Versionssprünge auftreten.

Ab Juli 2006 wird für "Das ENSO-Phänomen" platzbedingt das Medium DVD verwendet. Im Januar 2007 erfuhr die Programmierung eine komplette Überarbeitung, da durch die Verwendung von WYSIWYG-Software (von Autoren ohne HTML-Kenntnisse) über die Jahre unansehnliche und überflüssige Code-Fragmente hinterlassen wurden, die zudem seit der Einführung von Stylesheets veraltet sind. Im Mai 2015 wurde ein responsives Design eingeführt, das auf Mobilgeräten und in schmalen Fenstern eine bessere Darstellung der normalerweise sehr in die Breite gehenden Elememte ermöglicht. Im April 2016 folgte eine graphische Neugestaltung mit Optimierung der responsiven Darstellung und einer fixen Breite für große Bildschirme.

Der Vertrieb der DVD erfolgt durch Direktvermarktung, über lange Jahre auch parallel über den Lehrstuhl Didaktik der Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg, s. Kontakt.

Verwendete Software

In knapp 10 Jahren hat sich viel geändert auf dem Software-Markt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Liste der eingesetzten Programme lang ist und Namen umfasst, die längst in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehören "alte Bekannte" wie der Netscape Navigator oder Frontpage Express.

Unsere Autoren hatten unterschiedliche Präferenzen, was z.B. den bevorzugten Internet-Browser oder auch das Betriebssystem angeht. Dies ist jedoch nicht nachteilig, da es dem Benutzer zu Gute kommt, wenn das Produkt mit mehreren Systemen getestet wurde.

Bei der Software zum Programmieren der Internet-Seiten bestand durchweg eine Kluft zwischen den HTML-Profis, die bevorzugt im Code programmierten (lange Zeit mit FlexSite oder mit einfachen Text-Editoren), und Autoren die darauf angewiesen waren, dass ein Programm (früher z.B. Frontpage, jetzt vor allem Dreamweaver) ihre Eingaben in HTML-Code übersetzt. Gerade hier hat sich technisch viel getan. Während die HTML-Profis früher in der Projektgruppe verärgert die Fehler korrigieren mussten, die Frontpage Express oder Netscape Composer im Code hinterlassen hatten, gehören solche Aktionen mittlerweile (mehr oder weniger) der Vergangenheit an.

Natürlich umfassten die Werkzeuge immer auch gängige Office-Pakete, z.B. zum Erstellen von Textentwürfen und Diagrammen. Für die Bildbearbeitung wird im Wesentlichen Adobe Photoshop bzw. Photoshop Elements eingesetzt.