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ENSO-Lexikon

ENSO-Lexikon

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La Nada

Span. für 'das Nichts'; seit einigen Jahren bei manchen amerikanischen Wissenschaftlern und in amerikanischen Medien gebräuchlicher Begriff für den Neutralzustand des tropischen Pazifiks als Teil des ENSO-Phänomens. Hierbei bestehen bestehen weder El Niño- noch La Niña-Verhältnisse, eben La Nada. Der Begriff ist international nicht formell anerkannt.
Die Einführung des neuen Begriffes mag im nun erreichten Dreiklang der Termini El Niño, La Nada, La Niña begründet sein oder in der Tatsache, dass die USA einen großen spanisch sprechenden Bevölkerungsanteil haben, aber auch in der teilweise irreführenden Bezeichnung 'Neutralzustand'. Den Zwischenzustand als ‚neutral‘ zu bezeichnen legt den Eindruck nahe, die dabei auftretenden Wettererscheinungen als günstig oder moderat anzusehen. Aber wenn man die Wetterbedingungen der La Nada-Jahre in den USA ansieht, erkennt man, dass sich die Jet Streams recht "ungebührlich" verhalten, und dass das Wetter höchst sprunghaft und hart sein kann mit Dürren oder Niederschlägen im Übermaß.
Zumindest für die Vereinigten Staaten ist die Wettervorhersage ohne ein El Niño- oder La Niña-Signal deutlich komplizierter. Langfristige, saisonale Vorhersagen sind bei El Niño- und La Niña-Episoden am erfolgreichsten, weil diese Extremphasen einen dominanten Einfluss auf die Wetterentwicklung haben.
In den letzten Dekaden besaßen etwa die Hälfte der Jahre La Nada-Bedingungen, verglichen mit 20 % der Jahre, die geprägt waren durch El Niño und 30 % durch La Niña.

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La Nada-Bedingungen im tropischen Pazifik am 25.12.2013


Fernerkundungsdaten des NASA-Satelliten Jason-2 zeigen weitgehend normale Meeresspiegelhöhen (sea-surface height, SSH) im Bereich des äquatorialen Pazifiks. Diese neutralen oder 'La Nada'-Verhältnisse dauern zum Aufnahmezeitpunkt bereits seit 20 Monaten ununterbrochen an und bleiben voraussichtlich bis in den Sommer 2014 bestehen.
Die beschriebenen SSH-Verhältnisse sind mit Hilfe der Farbleiste und dem dominierenden Grün auf dem Globus leicht erkennbar.


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Quelle: NASA JPL (hier auch die jeweils aktuellen Werte)
 

Bill Patzert vom JPL fand folgende Analogie anlässlich des La Nada-Winters 2004/05: "This season was what I call 'La Nada'. El Niño and La Niña tend to give structure to climate, but La Nada is like a teenager, without structure. The jet stream was on steroids, with wild fluctuations north and south."

La Niña

Spanisch für "Das kleine Mädchen", vereinfacht ausgedrückt das Gegenstück von El Niño. La Niña tritt zwischen den einzelnen El Niño-Ereignissen auf. Dabei sind die Oberflächentemperaturen des Wassers vor Peru und im äquatorialen Zentralpazifik unter dem langjährigen Mittel. Während La Niña ist die Walker-Zirkulation stärker ausgeprägt, und hochreichende Konvektion wird über dem äquatorialen Zentralpazifik unterdrückt.

Der Name wurde erst 1985 von George Philander (Princeton University) geprägt. Um diese Zeit erkannte die Wissenschaft, dass ENSO möglicherweise ein Zyklus ist, der gegenüber El Niño auch eine gegenteilige Phase haben könnte. Bis dahin hatte man El Niño für eine isolierte episodische Störung der normalen Verhältnisse angesehen. Das Aufkommen von gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Modellen des Klimasystems und ihre Anwendung auf den tropischen Pazifik legte die Annahme einer echten Oszillation nahe.
Neben dem Ausdruck "La Niña" bestehen noch andere Bezeichnungen, wie z.B. "El Viejo" (der Alte), eingeführt von James O'Brien (Florida State University), ferner "anti-El Niño" oder einfach "Kalt-Ereignis" bzw. "Kalt-Episode". Der Ausdruck "anti-El Niño" sollte vermieden werden, da er übersetzt eigentlich "Antichrist" bedeutet. Der Begriff "El Viejo" wurde angeblich vorgeschlagen, um sexistische Terminologie zu vermeiden, möglicherweise aber auch aus dem Gefühl persönlicher Abneigung gegenüber Philander heraus.

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Starke La Niña im Dezember 2010

Einigen Messungen zufolge war das Ende 2010 ausgebildete La Niña Ereignis das stärkste seit mindestens Mitte der 1970er Jahre und eines der fünf stärksten seit dem letzten Jahrhundert. Die atmosphärische Reaktion darauf war besonders stark mit einem Southern Oscillation Index, der seine höchsten Monatswerte seit 1973 im September und Dezember und sein höchstes Halbjahresmittel seit 1917 erreichte.

La Niña’s cold water signal is strong in the two images. The left image shows ocean surface temperatures on December 15, 2010, as measured by the Advanced Microwave Scanning Radiometer for EOS (AMSR-E) on NASA’s Aqua satellite. In December 2010, sea surface temperatures were colder than average across the equatorial Pacific.

The right image depicts the heat content of the ocean surface between December 14 and 16, 2010, as observed by the U.S.-French OSTM/Jason-2 satellite. Water expands as it warms, so warmer water has a higher surface elevation than cooler water. The blue valley streaking across the middle of the sea surface height image is the signature of La Niña. The intensity of the cold water and the depth and extent of the valley point to an intense event.

This image shows some of the unusual weather La Niña brought in December 2010, as observed by the Tropical Rainfall Measuring Mission (TRMM) between November 23 and December 23, 2010. The image shows rainfall totals compared to average rainfall for the period, with above-average rain in blue and less-than-average rainfall in brown.

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Quelle: WMO / NASA Earth Observatory
 

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Um die Geschehnisse während eines La Niña-Ereignisses und der anderen beiden Phasen des ENSO-Zyklus zu verstehen, muss man sich bewusst machen, dass der äquatoriale Pazifik als gekoppeltes System agiert, da der Zustand des Ozeans und der Atmosphäre voneinander abhängen. Wenn die Bedingungen des Ozeans sich ändern, reagiert die Atmosphäre und umgekehrt. Die Hauptindikatoren dieser Änderungen sind der Luftdruck und die Meerestemperaturen. Störungen im Ozean, die Veränderungen der wesentlichen Temperaturmuster verursachen, beeinflussen die Winde in diesem gekoppelten System, was zu einer positiven Rückkopplungsschleife führen kann.

Über die Ursachen von La Niña bestehen aber noch größere Unsicherheiten als über jene ihres Gegenstücks El Niño, ebenso über ihre Telekonnektionen. Während einem La Niña-Ereignis tendieren der australische wie auch der asiatische Monsun zu einer stärkeren Ausprägung, und über Nordamerika ist der winterliche Jetstream eher zonal ausgerichtet. Als Folge wird der pazifische Nordwesten feuchter und der Südosten der USA trockener und wärmer.
Die meisten von La Niña bedingten Anomalien sind denen von El Niño-Ereignissen gegenläufig.

Gelegentlich wird die begriffliche Existenz von La Niña als eigenständiges Zykluselement gänzlich in Frage gestellt, oder es wird auch nur von den zwei Ausprägungen El Niño und La Niña gesprochen und die Neutralphase nicht zusätzlich unterschieden.

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La Niña im System Ozean - Atmosphäre des tropischen Pazifik

Während eines La Niña-Ereignisses verstärken sich die Walker-Zirkulation und die Passatwinde. Dies führt zu intensiverer Konvektion und Niederschlag-bringender Bewölkung über dem tropischen Westpazifik.

Wenn die Passate an Stärke gewinnen wird der Warmwasserkörper des tropischen Pazifik auf dessen westlichsten Teil beschränkt. Dies führt zu anomal warmen Meeresoberflächentemperaturen nördlich von Australien. Die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Teil des tropischen Pazifiks werden kühler als üblich und die Thermokline befindet sich näher an der Oberfläche. Kühleres Wasser gelangt durch das gleichzeitig verstärkte Upwelling an die Oberfläche.

Die beschriebenen Rahmenbedingungen über der südostasiatischen Inselwelt verstärken den australischen Monsun und können zu höherer Feuchtigkeit und Niederschlag über Australien führen. Dies trifft vor allem für dessen nördlichen und östlichen Teil zu.

 
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Zum Vergleich der Pazifik während der Neutralphase

In der Neutralphase wehen die Passatwinde von O nach W über den tropischen Pazifik und bringen warme und feuchte Luft sowie wärmeres Oberflächenwasser in den Westpazifik und belassen den zentralen und östlichen Pazifik relativ kühl. Die Thermokline ist im W tiefer als im O.

Warme SST im Westpazifik bewirken eine kräftige Konvektion warmer und feuchter Luft mit folgender Cumulusbildung und Gewittern.

Diese nunmehr trockenere Luft strömt in der Höhe nach O, wo sie über dem kühleren Pazifik wieder absteigt. Das Muster von aufsteigender Luft im W, Ostwärtswanderung, Abstieg und westwärtiger Strömung in unteren Schichten wird als Walker-Zirkulation bezeichnet.

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Quelle: BOM
 

Eine operationelle Definition von La Niña liefert der Oceanic Niño Index (ONI), wonach ein La Niña-Ereignis dann gegeben ist, wenn die Meeresoberflächen-Temperatur in der Niño 3.4 Region des Pazifiks über mindestens fünf Monate hinweg mehr als 0,5 °C niedriger als der Durchschnitt ist. Dieser niedrige Temperaturwert unterstreicht die überrraschende Tatsache, dass nur geringe Änderungen der Meeresoberflächentemperatur bei einem Kaltereignis auftreten.

La Niña und El Niño sind typischerweise am stärksten während der Zeit von Dezember bis April, da zu dieser Zeit die Meeresoberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik gewöhnlich am höchsten sind. Folglich kann eine El Niño-bedingte leichte Erwärmung des Wassers zu einer bedeutsamen Umverteilung der tropischen Konvektionsniederschläge führen, wohingegen eine leichte, La Niña-bedingte Abkühlung die tropische Konvektion auf Indonesien beschränken kann.
Die auf El Niño und La Niña zurückzuführenden Meeresoberflächentemperaturen und die Anomalien der tropischen Niederschläge wirken sich auch auf die Windmuster aus, die ihrerseits die Anomalien der Meeresoberflächentemperaturen weiter verstärken. Die Kopplung zwischen Ozean und Atmosphäre ist ein entscheidender Aspekt des ENSO-Phänomens.

In einem normalen und typischen von Dezember bis April reichenden Zeitabschnitt erreicht der pazifische Warmwasserkörper (Pacific Warm Pool) seine größte Ausdehnung, die Wassertemperaturen im zentralen und im zentral-östlichen Bereich des äquatorialen Pazifiks erreichen ihre höchsten Werte und die tropische Konvektion erstreckt sich von Indonesien bis zur Datumsgrenze.

Während eines El Niño-Ereignisses dehnt sich während Monate Dezember bis April der pazifische Warmwasserkörper und das damit verbundene Gebiet mit hochreichender tropischer Konvektion deutlich über die Datumsgrenze nach Osten aus, und die tropischen Passate aus dem Osten sind dann am schwächsten.

Während eines La Niña-Ereignisses sind der pazifische Warmwasserkörper und die hochreichende tropische Konvektion in den gleichen Monaten auf ein Gebiet beschränkt, das deutlich westlich der Datumsgrenze lieg, und die tropischen Passate aus dem Osten sind dann am stärksten.

Im Zusammenhang mit der Ozeanversauerung ist festzuhalten, dass das Eindringen von anthropogenem CO2 in den Oberflächenozean dort zu einer Erniedrigung des pH-Wertes führt. Durch Auftriebsphänomene kommt generell O2-verarmtes und somit CO2-angereichertes Wasser mit niedrigem pH an die Oberfläche. Da es sich hierbei in der Regel um Wasser aus den oberen Hunderten von Metern des Ozeans stammt, welche unweigerlich bereits mit anthropogenem CO2 "kontaminiert" sind, überlagern sich hier somit die versauernden Effekte des natürlichen, bei La Niña-Episoden besonders intensiven Auftriebs und des anthropogenen CO2-Eintrags. Inwieweit dieser Effekt eine Auswirkung auf das biologische System im Oberflächenozean hat, ist gegenwärtig noch schwer zu beurteilen.

 

Flowchart showing decision process for determining La Niña conditions

Like we did with El Niño, we have to see a certain set of conditions before we can declare the onset of La Niña. First, the monthly Niño3.4 index needs to drop to or below -0.5°C. It’s close, but not there yet. After that, we need to see forecasts that it will stay below that threshold for five overlapping three-month periods (“seasons”). Finally, we need to see the right response from the atmosphere: a strengthened Walker circulation, meaning stronger surface easterly and upper-level westerly winds over the equatorial Pacific Ocean, lower-than-average pressure and more rainfall over Indonesia, less rainfall over the central Pacific, and higher-than-average pressure in the vicinity of the eastern Pacific.

 

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Quelle: NOAA
 

Folgende ozeanographische und meteorologische Charakteristika sind typisch für La Niña-Episoden:

  • Eine tiefreichende Schicht von überdurchschnittlich kühlen Meerestemperaturen im Gebiet des östlichen bis zentralen äquatorialen Pazifik mit Meeresoberflächentemperaturen, die allgemein 1 °C - 2 °C unter dem Durchschnitt liegen und Temperaturen des darunter liegenden Wasserkörpers, die im Bereich der Thermokline typischerweise 2 °C - 4 °C unter dem Durchschnitt liegen (Link zu El Niño and La Niña Ocean Temperature Patterns).
  • Eine weniger tief liegende ozeanische Thermokline im Gebiet des östlichen bis zentralen äquatorialen Pazifik als im Durchschnitt mit Tiefen, die dann typischerweise von 50 - 100 m reichen.
  • Unterdrückter konvektiver Niederschlag und über dem Durchschnitt liegender Luftdruck über der östlichen Hälfte des äquatorialen Pazifik.
  • Verstärkter konvektiver Niederschlag und unter dem Durchschnitt liegender Luftdruck über Indonesien, dem äquatorialen Westpazifik und Nordaustralien (Link zu La Niña related Rainfall Patterns over the Tropical Pacific)
  • Überdurchschnittlich starke Ostwinde über dem gesamten äquatorialen Pazifik.
  • Ein deutlich positiver Wert des Southern Oscillation Index (SOI) dank eines überdurchschnittlich hohen Luftdrucks in Bodenhöhe über Tahiti, Französisch Polynesien und ein unterdurchschnittlich hoher Bodendruck im australischen Darwin (Link zu The Southern Oscillation and its Link to the ENSO Cycle).
  • In der hohen Atmosphäre Bereiche mit unterdurchschnittlich hohem Luftdruck über dem subtropischen Ostpazifik beider Hemisphären, die das Gebiet mit unterdrückter äquatorialer Konvektion flankieren, welches über dem östlichen bis zentralen Teil des äquatorialen Pazifik liegt.
  • Die letzten Punkte sind Ausdruck einer verstärkten äquatorialen Walker-Zirkulation.
  • Ein schwächerer mittlerer Jetstream im Winter entlang der polwärtigen Flanken dieser anomalen Tiefdruckzellen (über der Osthälfte des Pazifiks) in beiden Hemisphären.
  • Überdurchschnittlich hoher Luftdruck in der oberen Atmosphäre über dem subtropischen Atlantik beider Hemisphären, zusammen mit einem überdurchschnittlich starken tropischen Ost-Jetstream über dem äquatorialen Atlantik.
  • Von August bis Oktober führen die verstärkten östlichen Höhenwinde zu verrringerter vertikaler Windscherung und damit zu verstärkter Hurrikan-Aktivität über dem tropischen Nordatlantik, sowie zu überdurchschnittlichen vertikalen Windscherungen und verringerter Hurrikan-Aktivität über dem östlichen Teil des tropischen Nordpazifik (Links zu Eastern Pacific Hurricane Season Outlook, Atlantic Hurricane Season Outlook).
Landnutzung und Landnutzungsänderung

Landnutzung bezieht sich auf die Gesamtheit der Vorkehrungen, Aktivitäten und Investitionen, die in einem bestimmten Landbedeckungstyp vorgenommen werden (eine Reihe menschlicher Aktivitäten). Der Begriff Landnutzung wird auch im Sinne des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zwecks, für den Land bewirtschaftet wird (z.B. Weidewirtschaft, Holznutzung, Naturschutz), verwendet. Landnutzungsänderung bezieht sich auf eine Änderung in der Nutzung oder Bewirtschaftung des Landes durch den Menschen, die zu Bodenbedeckungsänderungen führen kann. Bodenbedeckungs- und Landnutzungsänderungen können Auswirkungen auf die Oberflächen-Albedo, Evapotranspiration, Quellen und Senken von Treibhausgasen oder auf andere Eigenschaften des Klimasystems haben und können deshalb einen Strahlungsantrieb und/oder andere Einflüsse auf das lokale oder globale Klima bewirken. Siehe auch den IPCC-Sonderbericht “IPCC Special Report on Land Use, Land Use Change, and Forestry” (IPCC, 2000).

Large Marine Ecosystem

Engl. Begriff für große Meeresökosysteme ab einer Fläche von ca. 200.000 km². Sie umfassen Küstenbereiche von Flusseinzugsgebieten und Ästuaren bis zu den seewärtigen Grenzen der Kontinentalschelfe und den äußeren Rändern der wichtigsten und gut abgegrenzten Meeresströmungen, wie z.B. dem Humboldtstrom. Diese relativ großen Gebieten lassen sich charakterisieren durch ökologische Kriterien wie (1) bathymetrische Eigenheiten, (2) hydrographische Charakteristika wie Strömungen und Wassermassenstruktur, (3) marine Produktivität und (4) Nahrungsnetze.

Das System der LMEs wurde seit 1984 von der NOAA in Zusammenarbeit mit IOC, IUCN und UN-Organisationen entwickelt, um eine handhabbares Management auf Ökosystembasis zu erhalten, mit dem man Einflussgrößen von Umweltveränderungen transnational gut identifizieren, und Schutzmaßnahmen durchführen kann. Dies geschieht in einem internationalen Kontext und in Übereinstimmung mit internationalen Gesetzen wie dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982.

Die Schutzmaßnahmen innerhalb des LME-Konzeptes basieren auf der Erkenntnis, dass die Küstengewässer der Erde degradiert sind als Folge von nicht nachhaltiger Fischerei, Habitatverlusten, Eutrophierung, Belastungen mit Giftstoffen und Aerosolen sowie der Ausbreitung von Krankheiten. Gleichermaßen entstand die Einsicht, dass Gegenmaßnahmen nur in koordinierten Aktionen von Regierungen und Zivilgesellschaften durchgeführt werden können.

Obwohl die LMEs nur die Kontinentalränder und nicht die Tiefseegebiete und Meeresinseln umfassen, produzieren die 64 LMEs 95 % der weltweiten Fischerträge.

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Quelle: NOAA (dort PDF mit optimaler Auflösung)
 

Large Marine Ecosystems of the World and Linked Watersheds

Large Marine Ecosystems (LMEs) are relatively large areas of ocean space of approximately 200,000 km² or greater, adjacent to the continents in coastal waters where primary productivity is generally higher than in open ocean areas.

The LMEs produce about 80% of the annual world’s marine fisheries catch. Globally they are centers of coastal ocean pollution and nutrient overenrichment, habitat degradation (e.g. sea grasses, corals, mangroves), overfishing, biodiversity loss, and climate change effects. The $12.6 trillion in goods and services contributed annually by LMEs to the world’s economy is at risk from unsustainable utilization practices.

The physical extent of the LME and its boundaries are based on four linked ecological, rather than political or economic, criteria. These are: (i) bathymetry, (ii) hydrography, (iii) productivity, and (iv) trophic relationships. Based on the 4 ecological criteria, 64 distinct LMEs have been delineated around the coastal margins of the Atlantic, Pacific and Indian Oceans.

From a management perspective, it is essential to establish a baseline condition against which to measure the success or failure of actions to recover depleted fish stocks, restore degraded habitats, and reduce and control coastal pollution and nutrient overenrichment. 5 modules within the LME strategy are focused on the application of suites of indicators for measuring LME (i) productivity and oceanography, (ii) fish and fisheries, (iii) pollution and ecosystem health, (iv) socioeconomics and (v) governance.

 
Lateinamerika

Lateinamerika (spanisch América Latina bzw. Latinoamérica, portugiesisch América Latina, französisch Amérique latine) ist ein politisch-kultureller Begriff, der dazu dient, die spanisch- und portugiesischsprachigen Länder Amerikas von den anglo-amerikanischen Ländern Amerikas abzugrenzen. Der Wortteil Latein- bezieht sich auf das Lateinische als Ursprung der romanischen Sprachen. In der heute üblichen Definition des Begriffs werden zu Lateinamerika nur die Länder gezählt, in denen das Spanische oder das Portugiesische vorherrschen. Dazu gehören die Länder Südamerikas (ohne Guyana, Suriname und Französisch-Guayana), Mexiko, Zentralamerika (ohne Belize) und die spanischsprachigen Gebiete der Karibik. Die Länder Lateinamerikas haben zusammen eine Fläche von etwa 20 Millionen km², und die Bevölkerung umfasst rund 500 Millionen Menschen. In den letzten Jahren ist die Armut in Lateinamerika so gering wie seit 20 Jahren nicht mehr, die Mittelschicht ist um 50 Prozent von 103 Millionen (2003) auf 152 Millionen (2009) angewachsen, doch weist der Kontinent vom Rio Grande bis Feuerland bis heute weiterhin die weltweit größte soziale Ungleichheit auf.

  Nordamerika Zentralamerika Karibik Südamerika

Die Länder Lateinamerikas


Quelle: Wikipedia

 

 

Mexiko Mexiko

Costa Rica Costa Rica

Dominikanische Republik Dominikanische Republik

Argentinien Argentinien

El Salvador El Salvador

Kuba Kuba

Bolivien Bolivien

Guatemala Guatemala

Puerto Rico Puerto Rico

Brasilien Brasilien

Honduras Honduras

Haiti Haiti

Chile Chile

Nicaragua Nicaragua

Ecuador Ecuador

Panama Panama

Kolumbien Kolumbien

Paraguay Paraguay

Peru Peru

Uruguay Uruguay

Venezuela Venezuela

Weitere Informationen:

latente Wärme

Von lat. latere=verborgen; Wärmemenge, die bei der Änderung fester, flüssiger oder gasförmiger Aggregatzustände verbraucht oder freigesetzt wird. Latent heißt sie deshalb, weil sich dabei die Temperatur nicht ändert. Dagegen heißt die für eine Temperaturerhöhung aufgebrachte Energiemenge fühlbare Wärme.

Die latente Wärme spielt vor allem in der Meteorologie eine wichtige Rolle, in Bezug auf die Phasenübergänge des Wassers in der Erdatmosphäre. Auf einer feuchten Erdoberfläche oder gar Wasserfläche wird ein Großteil der Sonnenenergie in die Verdunstung von Wasser investiert. Dabei werden bei 20 °C etwa 2450 Kilojoule pro Kilogramm Wasser umgesetzt. Eine Änderung der Lufttemperatur tritt dabei nicht auf, die Energie wird also sozusagen im gasförmigen Aggregatzustand des Wassers gespeichert. Da diese Speicherung reversibel ist, wird die gleiche Energiemenge wieder frei, wenn ein aufsteigendes Luftpaket das Kondensationsniveau erreicht und der Wasserdampf kondensiert. Die ursprünglich am Boden durch die Sonneneinstrahlung bereitgestellte Energie wird also in größeren Höhen wieder frei und trägt dort zu einer Temperaturerhöhung bei. Dadurch kommt es zur Ausbildung eines feuchtadiabatischen Temperaturgradienten, die Atmosphäre wird also nach oben langsamer kälter, als ohne die latente Wärme bei einem trockenadiabatischen Gradienten zu erwarten wäre.

Je nach Art der Zustandsänderung spricht man auch von Verdunstungswärme (flüssig in gasförmig), Schmelzwärme (fest in flüssig) oder Sublimationswärme (fest in gasförmig). Das Verhältnis von fühlbarer zu latenter Wärme ist das Bowen-Verhältnis.

Lomavegetation

Pflanzengesellschaften der eher höher gelegenen Teile der Küstenwüsten an der Westseite Südamerikas mit über 1.000 Arten von Büschelgräsern, Kräutern, Stauden, Dornsträuchern und Sukkulenten. Die Pflanzen sind hinsichtlich ihrer Wasserversorgung überwiegend von den Küstennebeln abhängig, in Peru garúa und in Chile camanchaca genannt.
El Niño-Ereignisse führen mit ihrem Feuchtigkeitseintrag zu außergewöhnlichem Aufkeimen der Vegetation.

Lomavegetation in Nordperu

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Nolana humifusa (Gouan)

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Quelle: O. Dillon, Michael. Andean Botanical Information System
Luftdruck

Engl. air/atmospheric pressure; Druck, der von der Masse der Luft unter der Wirkung der Erdanziehung auf eine Fläche ausgeübt wird. Der Druck ist in der Physik als Kraft pro Fläche definiert. Eine gedachte vertikale Luftsäule also, die vom Erdboden bis an den Rand der Atmosphäre reicht, übt auf eine Einheitsfläche im Durchschnitt das Gewicht (die "Gewichtskraft") von 1013,2 Hectopascal (hPa) aus.

Der Luftdruck wird meist mit dem Barometer gemessen, wobei oft noch veraltete Einheiten verwendet werden. Der Luftdruck nimmt mit der Höhe alle 5 km auf etwa die Hälfte ab; er beträgt in 32 km Höhe nur mehr 1 % und in 50 km nur mehr 1 ‰ (Promille) = 1 hPa.

Die Abnahme des Luftdrucks mit der Höhe erfolgt also exponentiell und zwar nach der barometrischen Höhenformel umso stärker, je niedriger die Lufttemperatur ist. Er schwankt mit den Wettervorgängen im Meeresniveau etwa zwischen 985 und 1035 hPa (absolute Extremwerte sind etwa 880 und 1080 hPa).

Damit in der Wetterkarte die wetterbedingten Unterschiede und nicht die Unterschiede infolge der unterschiedlichen Höhenlage der Messstationen zum Ausdruck kommen, muss der an der Station gemessene Luftdruckwert auf Meeresniveau umgerechnet ("reduziert") werden, wobei noch die aktuelle Lufttemperatur mitberücksichtigt wird.
Ferner ist noch eine Umrechnung auf 0°C und die Normalschwere (45° Breite) erforderlich.

Lumineszenzdatierung

Physikalische Altersbestimmung für quartäre Proben aufgrund eines mit dem Probenalter anwachsenden Strahlenschadens, der durch die emittierte Lumineszenz quantifiziert wird (Lumineszenz: Emission von Licht im sichtbaren, UV- und IR-Spektralbereich von Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern nach Energiezufuhr. Manche Minerale haben die Eigenschaft, kurz- oder langzeitig sichtbares Licht auszusenden, zu lumineszieren). Innerhalb der Lumineszenz-Datierungsmethoden unterscheidet man nach der verwandten Stimulationsenergie die Thermolumineszenz-Datierung und die Optisch Stimulierte Lumineszenz-Datierung. Alle Verfahren beruhen darauf, daß durch die Einwirkung ionisierender Strahlung, die in der Natur im wesentlichen von den instabilen Isotopen von U, Th und K ausgeht, Ladungsdefekte im Kristallgitter akkumuliert werden. Dabei werden Elektronen angeregt und in einem energetisch höheren Niveau als sog. Lumineszenzzentren fixiert, indem sie mit primären (Fremdatome, Gitterschäden) oder sekundären Defekten (durch Alpha-Strahlung entstanden) rekombinieren. Die Anzahl der Ladungsdefekte wächst in Abhängigkeit von der Dosisleistung und der Stabilität der Lumineszenzzentren zeitabhängig an. Bei Erreichen des Gleichgewichts von Neubildung und Zerfall der Zentren wird eine Sättigung erreicht, bei der das Lumineszenzsignal nicht weiter mit dem Alter anwächst und welche die theoretische Datierobergrenze definiert.
Die Rückstellung des Signals erfolgt durch Belichtung, Erhitzung oder Mineralbildung, so daß Sedimentations-, Abkühlungs- bzw. Kristallisationsalter bestimmt werden können.
Die Datierobergrenze der Lumineszenzmethoden liegt allgemein bei etwa 100.000-120.000 Jahren, kann jedoch in Abhängigkeit von Dosisleistung, Probenmaterial und Sedimenttyp höher oder geringer sein.